10.05.18

Die Geburtstags-Finalisten stehen fest

„Ich möchte gerne heil von X bis X kommen“, lacht Kristy Oatley und freut sich auf ihre Finalteilnahme im Almased Deutschen Dressur-Derby. Das Derby feiert 60. Geburtstag, Kristy Oatley ist zum sechsten Mal beim Finale dabei. Dreimal schon war sie Dritte, zweimal Zweite, das Ziel für ihre sechste Finalteilnahme liegt auf der Hand… Eine Premiere wird das Derby-Finale mit Pferdewechsel dagegen sowohl für die Finnin Emma Kanerva als auch für Jan-Dirk Gießelmann. 

Oatley, Gießelmann und Kanerva belegten die Plätze eins bis drei im Preis des Helenenhofs, dem Grand Prix der Familie Schwiebert, und qualifizierten sich damit für das 60. Derby-Geburtstags-Finale.

Die viermalige Olympiateilnehmerin Oatley siegte im heutigen Grand Prix mit 72,543 Prozent. Ihr Hamburger Sieg-Partner war ihr Olympiapferd von Rio, der 14-jährige De Niro-Sohn Du Soleil. So hat die dreifache Mutter ihren Konkurrenten nicht nur jede Menge Derby-Erfahrung voraus, sondern auch goldene Derby-Gene. Du Soleils Vater ist Starvererber De Niro, der im Jahr 2003 mit Reitmeister Dolf-Dietram Keller selbst Derbysieger geworden ist. „Du Soleil hat die Prüfung heute mit Bravour gemeistert“, erklärt Oatley fröhlich. „Mit Blick auf das Derby-Finale bin ich jetzt ganz cool“, ergänzt sie und lacht wieder. 

Jan-Dirk Gießelmann belegte mit seinem 14-jährigen Real Dancer und 72,304 Prozent Platz zwei. Die beiden kennen sich so gut wie kaum ein anderes Paar. Real Dancer wurde von Familie Gießelmann aufgezogen und von Jan-Dirk selbst bis zu Grand Prix-Niveau ausgebildet. „Real Dancer ist eigentlich ganz einfach zu reiten“, macht Gießelmann seinen beiden Konkurrentinnen fürs Finale Mut. „Ich bin eher gespannt wie ich das mit den anderen Pferden hinkriege.“ 

Emma Kanerva ging 'auf Nummer sicher' und sicherte sich im Grand Prix gleich Platz drei und vier. Dritte wurde die Olympiateilnehmerin von London mit dem 14-jährigen Heartbreaker, Vierte mit dem elfjährigen Dambacu. Sie hat jetzt die Wahl, mit welchem Pferd sie im Finale antreten wird. „Das habe ich noch gar nicht entschieden“, schmunzelt sie. „Das muss ich mir noch gut überlegen.“ Für Kanerva ist das Deutsche Dressur-Derby fast ein Heimturnier. Die 33-Jährige ist im nahegelegenen Reitstall Klövensteen als Bereiterin tätig. „Ich genieße es sehr, nur eine Viertelstunde zum Turnier zu fahren“, betont sie und grinst: „Und ich freue mich sehr auf das Finale. Ich habe noch nie eine Prüfung mit Pferdewechsel geritten. Ich glaube, ich werde mir erst mal im Archiv von Clipmyhorse einige Ritte von den Finalpferden ansehen und etwas spionieren.“

Turnierleiter Volker Wulff ist ein besonderer Verfechter des Dressur-Derbys: „Seit 19 Jahren, seitdem wir das Turnier in Hamburg organisieren, halten wir an dem Konzept mit dem Pferdewechsel fest“, betont er, „und das werden wir auch weiterhin tun. Wenn dieses Konzept zum 60 Mal die Zuschauer begeistert, dann lohnt es sich, den Pferdewechsel weiterhin beizubehalten – zumal ich selbst ein Fan dieses Formats bin.“


Eine besondere Auszeichnung wurde heute Kathleen Keller zuteil. Sie gewann Hamburgs Sonderwertung zum Meggle Champion of Honour. Bei dieser internationalen Dressurserie geht es um Harmonie, um Fairness und besonders feinen Umgang mit dem Pferd. „Es ist für mich eine große Ehre, diese Wertung hier gewonnen zu haben“, strahlt Keller. „Zumal sich die Jurymitglieder alle einig waren.“ Kathleen Keller ist in Hamburg bestens bekannt. Nicht nur, dass sie seit einigen Monaten mit ihren Pferden auf dem Hof Etzer Heide in der Nähe von Hamburg Zuhause ist, sie hat 2011 den Clou geschafft und das U25-Derby und das Deutsche Dressur-Derby gewonnen. Und auch schon damals in den Finals mit Pferdewechsel hat die schlanke 1,80-Meter Große durch besonders feinfühliges Reiten beeindruckt. 

Meggle Champion of Honour – diese einzigartige Serie ist beim Deutschen Spring- und Dressur-Derby in Hamburg in ihre vierte Saison gestartet. Mit Balve, Werder, Münster und Ising stehen vier weitere Stationen auf dem Programm, bevor die Serie zu ihrer Finalstation bei den Munich Indoors lädt. Der Gesamtsieger der Serie erhält nicht nur einen Geldpreis von 7.000 Euro, sondern zusätzlich auch noch eine wertvolle Pferdeplastik. Reitmeister Hubertus Schmidt dominierte die Serie in ihrem Premierenjahr, Dorothee Schneider überzeugte die Juroren in den Jahren zwei und drei. 

Zufrieden schmunzelnd lehnt sich nach der ersten Prüfung 2018 in Hamburgs Almased Dressurstadion Dressur-Koordinator Rainer Schwiebert zurück. Er war selbst mit seinem elfjährigen Hengst Helenenhofs Catoo am Start und nach guter Runde mit 68,434 Prozent hochzufrieden auf Platz sieben gelandet. Und er genießt den reibungslosen Ablauf, die weiter verbesserte Logistik rund um den Dressurbereich. „Es passt alles sehr gut zusammen, der Sport war spannend und ich bin sicher, am Sonntag im Finale wird es sogar noch spannender.“
(KiK/EquiWords)

 

Kristy Oatley (AUS) und Du Soleil auf dem Weg ins Almased Deutschen Dressur-Derbys 2018 · Foto: Thomas Hellmann